Abschlussbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission
München, 02.10.2024
Die Kommission hat nach ca. zweieinhalbjähriger Tätigkeit ihren Abschlussbericht vorgelegt. Er ist das Ergebnis von zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, mit Mitarbeiter:innen und Funktionsträger:innen des SOS-Kinderdorf e.V. in der Geschäftsstelle in München, Recherchen in ausgewählten Einrichtungen und – soweit vorhanden – Auswertungen von Unterlagen zu Unrechtshandlungen in der Vergangenheit sowie einer Sichtung vorhandener Materialien zum Thema Kinderschutz.
Der Bericht legt eine Grundlage für Aufarbeitung beim SOS-Kinderdorf e.V. bestehend aus mitfühlendem Erinnern, Aufklärung und Anerkennung. Eine Aufarbeitung wäre ohne die Berichte der Betroffenen nicht möglich. Die von den Betroffenen geschilderten Unrechtshandlungen erhalten in diesem Bericht deshalb ein besonders Gewicht.
Die Kommission hat im Verlauf ihrer Recherchen beim SOS-Kinderdorf e.V. eine Organisation erlebt, die dem Kinderschutz mittlerweile eine große Bedeutung zuweist. Dass es weiteren Handlungsbedarf gibt, wird daran deutlich, dass es Übergriffe und Grenzverletzungen nicht nur in der Vergangenheit gab, sondern auch in der jüngeren Zeit bis heute, selbst wenn Anzahl und Schweregrad der Unrechtshandlungen insgesamt abgenommen haben.
Mit dem vorliegenden Abschlussbericht stellt die Kommission ihre Einschätzungen zu den bekannt gewordenen Unrechtshandlungen gegenüber Kindern und Jugendlichen in der Obhut der Kinderdörfer vor und leitet daraus Empfehlungen für den Kinderschutz in den Einrichtungen des SOS-Kinderdorf e.V. ab. Es obliegt nun dem SOS-Kinderdorf e.V. zu entscheiden, wie er mit den Erkenntnissen der Kommission umgeht, welche Schlussfolgerungen er für den Kinderschutz und eine systematische Aufarbeitung zieht und wie er sicherstellen kann, dass Unrechtshandlungen zukünftig vermieden werden bzw. ihnen frühzeitig und wirksam entgegengewirkt werden kann.